Der Alte Katholische Friedhof zu Dresden ist ein Glaubenszeugnis besonderer Art.

Nach der Konversion des sächsischen Kurfürsten, Friedrich August I. im Jahre 1697 zur katholischen Kirche, wuchs die Zahl katholischer Bürger im protestantischen Dresden.

Die barocke katholische Repräsentation verlangte nach Musikern aus Böhmen, Händlern und Künstlern aus Italien und Soldaten aus Kroatien. Eine gottesdienstliche Versorgung war für die Katholiken in Dresden seit 1708 möglich.

Die Errichtung eines katholischen Friedhofs wurde erst denkbar, als der Sohn des Kurfürsten mit der Kaiserstochter und Erzherzogin Maria Josepha aus dem Hause Habsburg verheiratet werden sollte, und diese in dem Eheverträgen einen katholischen Friedhof in Dresden einforderte. Bislang gab es in Sachsen, die Klosterfriedhöfe in der Lausitz ausgenommen, keinen katholischen Begräbnisplatz.

Der Kurfürst akzeptierte diese unverhandelbare Forderung und dotierte seiner Schwiegertochter 1720 einen Begräbnisplatz in der heutigen Friedrichstadt.

1724 fand hier die erste Beerdigung statt.

Im Laufe der Jahrzehnte wurden verschiedene Nutzungseinschränkungen im Hinblick auf diesen Friedhof aufgehoben. Ursprünglich nur für Katholiken des Hofes gedacht, öffnete sich der Friedhof bald auch für die Katholiken aus der Bürgerschaft.

Dadurch wurde er zu einem einzigartigen Flächendenkmal barocker, katholischer Provenienz in Dresden. Um 1740 gab es kleine, maßvolle Flächenerweiterungen.

Vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts geriet der Alte Katholische Friedhof an seine Grenzen. Der erhebliche Zustrom von Katholiken im Zuge der Industriealisierung Sachsens machte die Errichtung eines zweiten katholischen Friedhofs notwendig.

Dieser Neue Katholische Friedhof wurde 1875 auf der heutigen Bremer Straße angelegt.